Im Rahmen eines Bau- oder Renovierungsvorhabens kommt es nicht selten vor, dass die in der Planung aufgestellten Gesamtkosten überschritten werden und eine Nachfinanzierung für den berechneten Baukredit erforderlich ist. Wer nun nicht mehr auf Sparguthaben zurückgreifen kann, benötigt von der Bank einen weiteren Kredit, um alle Ausgaben bewältigen zu können. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Nachfinanzierung, die nachträglich zum bereits genehmigten Kredit vereinbart wird.

Einen weiteren Kredit beantragen

Ist es notwendig, weitere Kosten zu finanzieren, sollten sich Bauherren zuerst an ihre Hausbank wenden, die auch die bisherige Finanzierung übernommen hat. Sie hat bereits alle Unterlagen vom Bauobjekt vorliegen, auch Einkommensnachweise und Bonitätsunterlagen sind vorhanden. Die Bank kann in der Regel recht kurzfristig entscheiden, ob und zu welchen Konditionen ein weiterer Kredit möglich ist. Nach Ermittlung des Haushaltsüberschusses kann das Kreditangebot oft innerhalb weniger Tage erstellt werden. Alternativ können Bauherren natürlich auch bei anderen Banken eine Finanzierung anfragen. In einem solchen Fall müsste die Bonitätsprüfung allerdings erneut vorgenommen werden, hierzu gehört auch die Einreichung aller Unterlagen und Selbstauskünfte.

Mögliche Probleme bei der Nachfinanzierung

Unabhängig davon, bei welchem Institut die Nachfinanzierung angefragt wird, kann es in diesem Zusammenhang zu einigen Problemen kommen. Wurde der erste Kredit zum Beispiel recht knapp kalkuliert, ist kein Geld mehr vorhanden, um eine weitere Kreditrate zu bezahlen. Die Finanzierungsberater würden einen neuen Kredit dann in aller Regel ablehnen. Doch auch wenn die Nachfinanzierung genehmigt wird, müssen sich Kreditnehmer auf einige negative Umstände gefasst machen. So erheben die Banken nahezu immer einen Zinsaufschlag bei Nachfinanzierungen, da diese mit vergleichsweise kleinen Summen zwischen 10.000 – 30.000 Euro abgeschlossen werden.

Der Aufwand bei kleineren Beträgen ist jedoch ebenso hoch wie bei großen Krediten. Um die Kosten auszugleichen, wird ein höherer Zins berechnet. Letztlich muss beachtet werden, dass Nachfinanzierungen immer auch nachrangig besichert werden, denn die erstrangige Grundschuld wird für die Erstfinanzierung benötigt. Für die Bank entsteht also ein höheres Risiko, das in Form höherer Zinsen bezahlt werden muss. Oftmals werden diese Kredite sogar ohne neue Grundschuldeintragung und damit ohne Sicherheiten vergeben. Auch dies sorgt für eine höhere Risiko- und damit Zinsbelastung.

Teure Nachfinanzierungen vermeiden

Um eine teure Nachfinanzierung zu vermeiden ist es wichtig, alle anfallenden Kosten genau zu kalkulieren. Bei Neubauten sollte ein Architekt die Kostenaufstellung übernehmen, der bereits mehrere Projekte begleitet hat und damit ausreichend Erfahrung nachweisen kann. Bei Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten hingegen sollten Sachverständige hinzugezogen werden, die den kompletten Arbeits- und Geldaufwand genau einschätzen können. So können alle Kosten bereits beim ersten Mal günstig finanziert werden.