Den Kauf einer Immobilie können die meisten Menschen wohl nur über eine entsprechende Finanzierung tätigen. Anders als beispielsweise bei einem Konsumkredit ist die Laufzeit einer Baufinanzierung meist auf 25 Jahre und länger angelegt. Die Banken gewähren dem Kreditgeber nur für eine gewisse Zeit eine Zinsgarantie. Diese so genannte Zinsbindungsfrist kann variabel gehalten werden; sie liegt aber in der Regel bei 10 bis 15 Jahren. Läuft die Zinsbindung aus, ist der Baukredit in aller Regel nicht abgezahlt und der Kreditnehmer muss mit seiner Bank eine Anschlussfinanzierung abschließen, sollte er den Kredit nicht ablösen können.

Ablauf der Zinsbindung – Ist ein Wechsel der Bank möglich?

Diese Anschlussfinanzierung muss nicht zwangsläufig mit der Bank geschehen, die den Baukredit bislang finanziert hat. Mit Auslaufen der Zinsbindung hat jeder Kreditnehmer das Recht, die Anschlussfinanzierung mit einer anderen Bank durchzuführen. Einer der Gründe für den Wechsel können die besseren Konditionen des Institutes sein. In diesem Fall fallen die Kosten für die Grundbuchumschreibung an, denn der neue Gläubiger muss eingetragen und die Grundschuld des bisherigen gelöscht werden. Die Kosten für Notar und Grundbuch sind aber überschaubar, weswegen ein Gläubigerwechsel deswegen nicht scheitern sollte. Zusätzliche Gebühren für den neuen Baukredit werden in der Regel auch nicht fällig. Diese Bearbeitungskosten sind im Rahmen der Neufinanzierung seitens der Bank nicht zu erwarten, es sei denn, die Anschlussfinanzierung wird über einen neu abgeschlossenen Bausparvertrag abgewickelt, was jedoch wenig Sinn macht bzw. nur sehr selten passiert. Da die Anschlussfinanzierung selbst jedoch einen zeitlichen Vorlauf braucht, ist es jedoch möglich, dass die neue Bank ab einem gewissen Zeitpunkt eine Bereitstellungsprovision berechnet. Dies geschieht in der Regel nach sechs Monaten. Dieses Zeitfenster sollten Verbraucher bei der Wahl und dem Abschluss des Vertrages zu ihrer Anschlussfinanzierung im Auge behalten.

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Ablauf einer Anschlussfinanzierung

Das Procedere des Vertrages für die Anschlussfinanzierung ist in etwa mit einem neuen Kreditabschluss zu vergleichen. Ist man sich mit der Bank über die Vertragsdetails einig, müssen alle Kreditnehmer der Bank ihre aktuellen Einkommensverhältnisse darlegen. Das geschieht bei abhängig Beschäftigten über die Lohn- und Gehaltsbescheinigungen und bei Selbstständigen über die letzte Bilanz bzw. die aktuelle Gewinn- und Verlustrechnung. Die Prüfung der Unterlagen durch die Bank geschieht innerhalb weniger Tage, sodass die Vertragsunterzeichnung zeitnah erfolgen kann. Dass die Laufzeit des Vertrages selbst erst in einigen Wochen oder Monaten beginnt, ist dabei einkalkuliert. Steht ein Gläubigerwechsel an, so lässt die Bank über ihre hauseigenen Notare die Grundschuld für sich im Grundbuch eintragen und organisiert auch die Löschung des alten Rechts.